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Die Wanderlust hat dich gepackt? Du bist heiß drauf, endlich aufzubrechen? Overlanding Africa? Mit der alten, treuen, liebenswürdigen Rostlaube die Sahara zu durchqueren, über meterhohe Dünen zu fliegen und dem Staub auf den Pisten einfach davonzufahren? Dann bist Du hier genau richtig.

Als normalsterblicher Durchschnittseuropäer mit 9-to-5 Bürojob und geregeltem Leben war ich in etwa so vorbereitet auf unsere Reise, wie ein Burkinabe auf Schnee. Gar nicht. Die Vorstellungskraft reicht dafür nicht aus. Nein, eigentlich fehlte es vor allem an geistigem Horizont für das, was kam. Der ging etwa bis zum Stadtrand von Hamburg. Naja gut, sagen wir mal sogar bis Bali, aber da fliegt man ja mit dem Flugzeug hin..

Reisen, overlanden mit dem Auto durch Afrika. Das ist etwas anderes.

 

Was brauche ich für’s Overlanding in Westafrika?

Als aller erstes erstmal den Plan, auch mal keinen Plan zu haben, Dinge einfach laufen lassen zu können und lieber einmal mehr abzuwarten, wie sich etwas entwickelt, als ständig nervös zu werden. Wirklich. Die wichtigsten Tugenden sind Gelassenheit (denn am Ende wird immer alles gut) und Improvisationskunst (weil es zu einhundert Prozent und ganz ganz gewiss sowieso anders kommt, als Du es gedacht hast).

Vor dem Start der Reise haben Lena und ich viel recherchiert. Natürlich. Wollten ja nen Plan haben, von dem was da kommt. Was wir so alles brauchen an lebenswichtigen Utensilien, Medikamenten, Satellitentelefonen und so. Grundsätzlich ist das auch richtig. Ich wette, ihr seid selbst gerade nicht auf der Suche nach exotischen Früchten auf dieser Seite gelandet. Im Laufe der Reise stellte sich dann aber heraus, dass wir, wie sollte es auch anders sein, viel zu viel und vor allem komischen Mist dabei haben. Kenn ich noch von zu Hause im Kleiderschrank.

Hier sind ein paar Essentials zusammengestellt, die Dich auf eine Overland Reise durch Afrika vorbereiten. Das Basic-Pack sozusagen. Upgradebar nach Belieben  (und Fahrzeuggröße).

 

Fahrzeug

Klar, haha, einen fahrbaren Untersatz auf jeden Fall. Schlaumeier. Danke. Nur welchen? Wer zu den reiselustigen, verrückten Overlandern gehören möchte, sollte sich ein Fahrzeug suchen, dass geländetauglich ist. Dazu gehört auch ein 2CV, so lange er über genügend Bodenfreiheit verfügt. Das ist die wichtigste Eigenschaft deines Overlanding Gefährts. Bodenfreiheit. Vergiss Allradantrieb, riesige, breite Reifen mit metertiefem Profil und Seilwinde, Bodenfreiheit willst du! Okay, mit all den eben genannten Dingen wird es einfacher durchs wilde Gelände zu fahren, aber wirklich entscheidend ist, wie deine Karre sich beim Auf-und-Ab und den Schlaglöchern der Pisten schlägt. Die meisten Overlanding Anfänger, wir eingeschlossen, entscheiden sich für einen Geländewagen als guten Allrounder. Der Geländewagen ist fürs Gelände gemacht, man braucht quasi nichts mehr verändern und kann los. Der Nachteil am Geländewagen ist, dass man entweder drin schläft – dann hat man keinen Platz – oder mit einem Dachzelt oben drauf – dann muss man ständig auf- und abbauen und wenn die Regenzeit kickt, viel Spaß. Unterwegs haben wir viele Leute getroffen, die mit alten MAN Trucks, Kurzhaubern, oder ähnlichem unterwegs waren. Dort ist das Platzproblem nicht mehr so ausgeprägt (aber immer noch vorhanden hab ich mir sagen lassen, IMMER zu viel Zeug dabei), aber man tauscht es gegen einen meist sprithungrigen LKW, der nun durch die Gegend bewegt werden will. Immer mal wieder treffen wir auch Leute, die mit nem Kombi unterwegs und glücklich sind. Du siehst, es geht alles. 

Für die nächste Reise träumen wir von einem Bus in Größenordnung Mercedes Benz 407 mit einem Dachzelt. Die Dinger haben von Haus aus eine Menge Bodenfreiheit. Sie lassen sich mit begrenztem finanziellen Aufwand auf Allrad umrüsten, wenn man denn möchte. Die Reparatur ist wirklich überhaupt kein Problem. Diese Art von Auto kann in Westafrika wirklich jeder Mechaniker reparieren. Und Ersatzteile gibt’s auch unter jedem Stein. Für uns entscheidend ist aber die Kombination aus Platz zum Stehen und Leben im Wagen und die Möglichkeit oben drauf zu schlafen. Perfekt. 

Carnet de Passage

Wenn Du ein Fahrzeug für deine Expedition hast, brauchste leider auch Papiere. Oder auch zum Glück. Denn Papiere haben Stempel. Und Stempel sind dein bester Freund. Das Carnet de Passage oder auch nur “Carnet”(gesprochen Karrnee) ist quasi der Reisepass für dein Fahrzeug. Dieses wird in fast allen Ländern vom Zoll bei der Ein- und Ausreise gestempelt und soll verhindern, dass Du deine (alte) Kiste verkaufst oder zurücklasst.

Erhältlich zum Beispiel beim ADAC vor Abfahrt gegen eine Kaution, die am Fahrzeugwert ermittelt wird (mindestens 5000 Euro). Es ist also auch hier schon interessant, ob man ein 45.000 € Land Cruiser / MAN sein Eigen nennt, oder einen rostigen Benz für 2.500 €. Ich habe gehört, dass man bei den Automobilclubs der Nachbarländer (z.B. Frankreich oder Schweiz) als Deutscher auch die Möglichkeit hat, an ein Carnet zu kommen, und ggf. Konditionen günstiger sind als die des ADAC.

Wer ohne Carnet reist – auch solche Overlander haben wir ab und an getroffen – gibt es alternativ (meist) ein Laissez Passer an den Grenzen, dieses gilt manchmal allerdings nur ein paar Tage (z.B. Senegal) und kostet jedes Mal Geld.

Wir haben unser Carnet auch in den Ländern gestempelt bekommen, in denen es gar nicht gilt und wir eigentlich hätten so ein zeitlich begrenztes Ding erwerben müssen (all diese tollen offiziellen Stempel schinden Eindruck!). Also versucht ruhig mit Überzeugung euer Glück.

Reserve Sprit

Immer gut, falls ihr Offroad unterwegs seid. Und gut aufzufüllen in Ländern wie Sierra Leone, in denen der Sprit echt billig ist im Vergleich. Ihr könnt euch entscheiden zwischen fest installierten Tanks irgendwo an oder unterm Auto – die Variante für alle von euch, die tagelang und hunderte Kilometer weit von der Zivilisation weg wollen – oder Kanistern – die Variante für den “Gelegenheitsnutzer”. Kanister kommen normalerweise in einer Größe von 20l wahlweise aus Kunststoff oder Edelstahl. Nehmt letzteres. Niemand möchte einen leckenden Spritkanister im Auto haben. Und den Kunststoff wird es früher oder später dahinraffen, I promise. Kanister kommen sogar in verschiedenen Farben: klassisch olivgrün oder schnittig schwarz.

Wasserfilter

Falls ihr nicht jedes Mal Wasser kaufen oder es abkochen wollt. Es gibt verschiedene Filtersysteme auf mechanischer Basis oder Tabletten auf chemischer Basis, die zB Brunnenwasser reinigen und damit trinkbar machen. Wir haben aus Platzmangel die Ich-kaufe-Wasser-Variante gewählt und uns später in Kanistern immer mal wieder Leitungswasser zum Kochen abgefüllt. Mit einem Filtersystem und entsprechend großen Tanks könnt ihr jedoch länger frei stehen.

Mehr zum Thema Fahrzeug, Ausstattung und Zubehör findest du hier.

 

VISA Kreditkarte

Super ist hier zum Beispiel die kostenfreie Kreditkarte der DKB. Mit dieser Kreditkarte kann man überall in Westafrika – außer in Liberia – kostenfrei Geld abheben. Funktioniert tatsächlich ohne Probleme, ohne Sperrungen und mit einem recht guten Wechselkurs.

Mastercard ist nicht zu empfehlen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sie leider häufig in Westafrika nicht funktionieren. Only god knows why.

Ein paar Euros

Zum Tauschen, falls ihr mal nicht gleich einen Geldautomat zur Verfügung habt. Kann auch praktisch sein, wenn ihr dann irgendwann einmal wieder nach Europa kommt, soll es ja geben. Allerdings gibt es in den meisten Ländern Westafrikas den CFA, somit müsst ihr euch schon mal nicht permanent auf eine neue Währung einstellen.

 

Dokumente

Reisepass

Dürfte klar sein. Achtet darauf, dass er noch lange gültig ist und vor allem noch viel Platz darin ist, denn wer weiß wie lang die Reise geht  😉  Erwägt eventuell einen zweiten Reisepass zu beantragen. Unsere Erfahrung sagt: das macht Sinn. Allein schon, falls einer verloren geht. Aber es gibt noch tausend andere Gründe, zB Beantragung von VISA im Heimatland von unterwegs, noch mehr Platz für noch mehr Stempel, falls es an einer Grenze mal ungünstig ist, wenn die Beamten sehen, dass man in einem bestimmten anderen Land war, etc.

Fiches (gesprochen fiiiesch)

Das sind Zettel mit all den Daten aus eurem Reisepass und dem Autokennzeichen. Diese bitte in 200-facher Ausführung. Ihr werden sehen, dass ihr der Polizei, dem Militär und wer sie noch so haben will, in der Westsahara, Mauretanien und wo auch immer danach gefragt wird, eine riesen Freude macht. Und Euch auch. Denn ihr spart dadurch das Aussteigen und alle Daten aller mitfahrender Personen in ein Büchlein einzutragen, in african time.

Impfpass

An fast jeder Grenze wird nach eurem Impfpass gefragt (und auch kontrolliert!). Also seht zu, dass ihr das Original dabei habt, sicherheitshalber auch noch eine Kopie. Alle nötigen Infos und Tipps rund ums Impfen findet ihr hier oder extern hier.

Visa

Die Visa für die meisten Länder haben wir “on-the-fly” direkt an der Grenze, oder in der Botschaft im Land davor bekommen. Die Visa Situation in Afrika ändert sich ständig. Daher ist es gut, wenn man irgendwie an Infos von jemandem kommt, der vor kurzem in der Gegend war.

Ihr könnt und müsst für einige Länder (zB Nigeria) euer Visum im Voraus beantragen, da für einige Länder die Visa nur im Heimatland des Antragstellers ausgestellt werden. Dadurch hat man aber immer etwas Zeitdruck auf der Reise, da die meisten Visa nur eine begrenzte Gültigkeit haben. Hier kommt der zweite Reisepass ins Spiel, mit dessen Hilfe ihr auch von unterwegs “kritische” Visa bekommen könnt.

Internationaler Führerschein

Dieses häufig belächelte Dokument hat uns in so mancher Polizeikontrolle den Arsch gerettet. Abgesehen davon, dass er einigen Ländern als Ausländer tatsächlich Pflicht ist und man ihn sowohl bei der Einreise als auch in Kontrollen vorzeigen muss, kann man mit all den vielen Symbolen, Zahlen und Stempeln (!!) darin wunderbar tolle Geschichten erzählen und sich so später durch die mitunter etwas zeitraubenden Kontrollen der Subsahara Länder wurschteln. Unbedingt mitnehmen. Wenns geht sogar mehrere, oder Farbkopien davon, falls mal einer verloren geht oder ein Beamter ihn nicht mehr rausrücken will.

Passbilder

Nehmt euch auf jeden Fall 30 bis 40 Passbilder mit. Abgesehen von offensichtlichen Sachen wie Visa, etc. weiss man nie wozu man sie noch mal braucht. Kann man günstig am Fotoautomaten der Drogeriekette des Vertrauens ausdrucken für den Zweck.

 

Diverses

Eine kleine Küche

Am einfachsten hier ist ein Gaskocher. Unser Benzinkocher war schon ab Marokko verstopft, da der Sprit immer mistiger wurde. Wer unterwegs eine Gasflasche kauft, muss diese immer wieder durchtauschen, da es überall andere Modelle gibt und die aus dem Land davor meist nicht wieder aufgefüllt werden. Wir haben in den sauren Apfel beißen müssen und später immer häufiger mal die komplette Flasche wechseln müssen. Vielleicht helfen aber Adapter bei dem Problem. 
TIPP: Nehmt ein Zwei-Platten-Kochfeld mit. Es ist den extra Platz tausend mal wert!

Auslandskrankenversicherung Langzeit

Wir hatten auf der langen Tour durch Afrika die vom ADAC. Die ist teuer und die Selbstbeteiligungskosten lagen zuletzt bei 50 Euro pro Behandlung. Somit zahlt ihr in Afrika quasi jede Behandlung selbst. Momentan habe ich die Reiseversicherung der HanseMerkur, die wesentlich günstiger als die ADAC Versicherung ist und auch über die “medizinisch sinnvoll” Klausel verfügt. Lena hat die ihrer Techniker Krankenkasse. Die ist nochmal günstiger und hat keine Selbstbeteiligung, allerdings muss man TK Mitglied sein.

Tupperdosen / Boxen

Für Kamera / Laptop zum Schutz vor Sand und Staub in der Wüste, später in den Tropen dann vor Feuchtigkeit.
TIPP: Nehmt euch etwas Silikat mit, für den wirklich empfindlichen Scheiss.

Feuchttücher

Wenn ihr einmal länger in staubtrockenen Gegenden unterwegs seid, werden Feuchttücher zum Multifunktionstool. Sie ersetzen Dusche, Wasserhahn, Seife und besten Freund auf einmal. 

Lampen

In Afrika tickt die Dunkelheit etwas anders als bei uns zu Hause. Wenn es hier dunkel wird, und das geht schnell, dann ist es richtig dunkel. Tiefschwarz dunkel. Also besser Lampen dabei haben. Mehrere sogar.

Die Auto- und Technikverantwortlichen unter euch sollten sich schon einmal mit dem Gedanken anfreunden eine Stirnlampe zu besitzen. Die sind so unterm Auto einfach unerlässlich. Klar, im hellen geht’s irgendwie auch so, und vielleicht mit den Handy.. Nein. Stirnlampe. Basta.

Die Gemütlichkeitsverantwortlichen freuen sich sicherlich darüber, abends am Tisch, im Auto, ums Auto herum oder wo auch immer, ein wenig Licht zum netten Beisammensitzen, Essen oder Kartenspielen zu haben. Dafür sind die Camping-Solarlampen echt nett.

VIEL gute Musik

Und etwas, um sie abzuspielen. Wenn ihr eins braucht, dann viel, wirklich sehr viel gute Musik. Und zwar so richtige, kein Spotify. Ich stand noch nie vor einer größeren Herausforderung, als gegen Ende unserer Reise eine Playlist für die Sahara Durchquerung zusammenzustellen, die mir nicht nach 30 Sekunden auf den Geist geht, weil schon 1000 mal gehört. SoundCloud und Mixes sind da ein wahrer Geheimtipp. 

Außerdem ist es supergeil, eine mobile Bluetooth Box mit dabei zu haben. Egal, ob für den Film am Abend oder die Yoga Stunde am Traumstrand. Niemand möchte nen laufenden Motor nebenbei, damit das Radio läuft..

Zeit

Der letzte Punkt in dieser kleinen Getting Started Liste ist Zeit. Und das aus gutem Grund. Wer bis hier unten gelesen hat, der hat schon die erste Lektion gelernt: vieles dauert länger als gedacht. Weil das noch nicht reicht: alles kommt IMMER anders als angenommen. Wer Zeit hat, hat Ruhe. Und mit Ruhe und Gelassenheit kommt man entspannt durch jede noch so widrige Situation, die einem beim Overlanden so begegnet.

Also, erstmal durchatmen und danach anfangen, den Wagen aus dem Schlammloch zu buddeln, in das der Schuft sich selber reingefahren hat  😉 

Über den Autor

Ulli
Webmaster, Mechatroniker vom Dienst

Ich bin der Techniker und analytisch denkende Kopf im Team. Seit ich mit 13 meinen ersten eigenen PC zusammen baute, gehört Technologie zu meinem Leben: von der ersten Nintendo Spielekonsole bis zur Drohne. Außerdem habe ich früh den Sport für mich entdeckt. Seit meiner Jugend trainiere ich sportbegeisterte Kinder und Jugendliche. Ursprünglich angesiedelt im Kampfsport weitete sich mein Engagement während des Studiums in den Breitensport Bereich aus und mündete im sport- und sozialbezogenen Coaching junger Erwachsener auf Seminaren. Es begeistert mich, immer neue Dinge zu entdecken, so dass ich mich nach meinem Studium der Medizintechnik schnell in der Forschungsabteilung eines medizinischen Technologieunternehmens widerfand. Doch die geregelte, eintönige Büroarbeit war nicht das Richtige für mich. Ich bin ausgebrochen. Sehr zum Schock meiner Eltern und aller meiner Freunde. Ich bin für knapp 3 Jahre mit meiner Partnerin mit dem Auto durch Westafrika gereist, mal mehr, mal weniger mobil. Das hat mein Leben unglaublich verändert. Ich habe unendlich viel gelernt auf dieser Reise. Habe wunderschöne, aber auch abgrundtief schlimme Dinge erlebt, die mich nachhaltig verändert haben. Meine Leidenschaft gehörte schon immer der Technik. Seit dem Ausbruch aus dem geregelten Leben kamen neue Leidenschaften hinzu, das Surfen und das Reisen. Und damit meine ich das Reisen zu mir selbst. All diese Erfahrungen lasse ich in diesen Blog einfließen, um Dich daran teilhaben und profitieren zu lassen.

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