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Plastik, Plastik,Plastik, soweit das Auge reicht. Um Häuser, Wohnblocks, ganze Dörfer und Städte herum, hinein in die Natur. Plastiktüten in weiß, blau oder durchsichtig bilden das Landschaftsbild des Senegal soweit das Auge reicht.

Zwischendrin steht eine Kuh und frisst eine alte Jeans, dann riecht es wieder plötzlich irgendwo süßlich-faul und mega penetrant nach verwestem Tier. Angefahren und nie weggeräumt, egal ob vor einem Wohnhaus oder einem Restaurant. Die Männer tragen hier die buntesten fast Harlekin ähnlichen Kostüme, die wirklich einzig und allein an einem Afrikaner lässig aussehen können.

Welcome back

Ein Rollerfahrer schleppt einen anderen Roller ab, in dem er ihn mit einem Fuß bei voller Fahrt von hinten anschiebt. In Badelatschen versteht sich.
Es ist komisch, wieder hier zu sein. Irgendwie ist es wie heimkommen, irgendwie ist der Blick auf dieses Land jetzt, da ich es bereits kenne und wir so viele andere afrikanische Länder gesehen haben, ein anderer. War hier schon immer so viel Müll?
Was auf jeden Fall zugenommen hat, ist die Anzahl an Touristen. Beim letzten Mal war hier alles leer, weil sich wegen Ebola kaum einer her getraut hat. Das war schlecht für die, die vom Tourismus leben, aber gut für uns.

Tri tra Tourila

Kaum sind wir in einem Hotel abgestiegen, in dem wir auf dem Parkplatz Campen können, haben wir auch schon einen Guide. Auf Grund des Tipps eines Pärchens, das wir in Sierra Leone getroffen haben, wollen wir uns das Volk der Bédik angucken. Die sollen hier bei Ibel noch total autark leben. “Das ist überhaupt nicht touristisch, da fährt keiner hin”, war die Aussage.

Tja, ohne Guide mag ich auch nicht einfach in das Dorf gehen und Zoobesuch machen. Mit Guide ist es leichter, weil es dadurch offizieller wird und er mit den Menschen kommunizieren kann. Allerdings geht er uns ziemlich schnell auf den Zeiger. Irgendwie scheint er ein Problem mit Frauen zu haben, außerdem ist er permanent am Telefon.
Egal, jetzt stecken wir drin in dem Schlamassel, also Augen zu und so vertretbar wie möglich durch.
Wir sollen Bonbons für die Kinder kaufen und Kolanüsse für die Alten. Da kriege ich schon halb die Krise. Ich will niemandem Geschenke mitbringen, wie den Affen im Zoo Bananen.
Aber der Guide lässt da nicht mit sich reden, das sei so üblich als Gast. Ich sage ihm, dass wir die Tüten gern beim Dorfchef parken können und der sich dann darum kümmern soll, dass irgendwer was davon bekommt. Ich laufe sicher nicht mit offenen Tüten durchs Dorf und verteile Geschenke.

Kaum haben wir uns den steilen Berg zum Stamm hochgekämpft, hören wir die Frauen in ihren Holzbottichen Getreide stampfen.

Die Rundhütten aus Lehm mit den Strohdächern sind schön, aber irgendwie auch nichts, was wir nicht schon gesehen haben. Der Guide ist am Handy, anstatt mal irgendwas zum Ort zu erklären. Wir stellen uns beim Dorfchef vor, der nur die Tüten annimmt, uns eine Plastikmappe mit einem einseitigen Text über den Ort in die Hand drückt, der in dieser Mappe in den verschiedensten Sprachen vorhanden ist. Auf Deutsch steht da, dass dieses Dorf sehr alt ist und die Frauen einer der vier Familien, die hier zusammen leben, sich Stachelschwein Stacheln in die Nase stecken. Jede Familie – und das finde ich interessant – hat hier im Dorf eine andere Verantwortung. Die eine ist für die Erhaltung der Kultur da, die andere für Rechtsprechung, eine für Veranstaltungen und die vierte habe ich vergessen. Es gibt eine Kirche und eine Schule und der Besuch des Ortes kostet 2000 CFA pro Person. Danke, tschüß. Das sind alle Infos, die wir heute erhalten, unser Guide ist schon wieder am Telefon.

Wir gehen zu den Frauen, die Weizen stampfen. Dort verteilt er Kolanüsse und Bonbons. Die Hälfte von allem hat sich der Chief für seine Familie eingeheimst. Jetzt, sagt der Guide, soll ich Fotos machen. Ich will aber gar nicht einfach so da hinlaufen und Fotos machen. Also fange ich an und versuche mit den Frauen zu reden. Die verstehen zum Großteil kein Englisch, aber wie immer geht es mit Händen und Füßen ganz gut. Die Babys hängen geduldig auf dem Rücken der Mädels, während diese in der Mittagshitze Weizen stampfen, was das Zeug hält.

Alle Frauen des Ortes haben sich dazu versammelt. Scheinbar war bis gestern ein großes Fest und jetzt sind die Lebensmittel alle. Ich finds toll, wie hier zusammen gearbeitet wird. Allerdings auch etwas traurig, dass es nur dieses eine Lebensmittel als Hauptnahrung gibt. Soweit ich es richtig verstanden habe, der Guide weiß irgendwie nichts, kochen sie das gemahlene Weizen hinterher zu einem Brei und machen teilweise ein lokales Bier daraus.

Die Stachelschweinstacheln trägt bei der Arbeit allerdings niemand. Sie sind zu lang und unpraktisch. Dafür steckt in den Nasen beim Stampfen ein Lutscherstiel – ein Dank an die Touristen.

Ein paar Fotos mache ich dann doch. Allerdings ist es im Baumschatten in der Mittagssonne kaum die Mühe wert. Besonders die alten Damen fragen mich immer wieder, wo eine Kolanuss für sie ist. Ich kann nicht mehr machen, als ihnen zu sagen, dass wir einen riesen Sack gekauft haben und sie beim Guide oder beim Chief vorbeischauen sollten und sich ihren Anteil holen… So ein Scheiß. Einige sind jedoch echt süß und so kann ich auch die Schüchternste zu einem Foto überreden. Sie ist wunderschön und weiß es offenbar gar nicht. Ich verspreche ihr und ihrer Freundin, ihnen die Fotos zu schicken.


Eine Weitere hat super coole selbstgemachte Ohringe. Die luxe ich ihr ab.
Unser Guide ist eine so furchtbare Nulpe, dass er dann auch noch mit der eh schon schüchternen auf ein Foto will und fürchterlich neben ihr post, während sie vor Scham fast im Boden versinkt.
Ich habe kein Lust mehr. Genug Zoobesuch.

Wir lassen uns noch den angeblich größten Baobab im Senegal zeigen und die Schule, die aus völlig zerrockten Metallbänken und einer Tafel besteht und ziehen dann von dannen.

Wo genau das Besichtigungsgeld der Touristen investiert wird, frage ich mich, aber unser Guide kommt aus einem modernen Dorf unten am Berg und hat keine Ahnung, was hier geschieht und was nicht. Er erzählt uns, dass wir Glück haben und so einen billigen Preis bei ihm bekommen haben. Er würde uns nett finden, deswegen kostet der Ausflug nur 10 Euro. Normalerweise würde er 50-60 Euro nehmen. Da er mir so auf den Sack geht und ich sehr zwiegespalten bin, was unseren Besuch hier angeht, bin ich froh, dass auch Ulli so denkt und wir brechen den Ausflug bereits nach drei Stunden ab. Mehr müssen wir uns von ihm echt nicht zeigen lassen. Mein Highlight wird dann noch ein Mann, der mit einem uralten Radioempfänger, mit einer ewig langen Antenne und einer Holzkiste mit den Batterien durch die Gegend läuft. Ich frage ihn, ob ich ein Foto für meinen Papa machen darf, der auch ein uraltes Radio zu Hause hat und er freut sich.

Kurz bevor wir am Auto sind, versuchen uns noch ein paar Kinder eine arme kleine Schildkröte zu verkaufen, die sie im Fluss gefangen haben und nun in einem Eimer halten. Die Schildkröte tut mir so leid, ich überlege kurz, sie zu kaufen und dann freizulassen. Aber das ist sicher nicht die Lösung, wenn die Kids merken, dass damit Geld zu verdienen ist.

21 Monate Afrika, nichts gelernt

Zurück im Hotel wollen wir nichts als ausruhen. Allerdings ist das nicht drin. Ulli muss das Auto pflegen, ich Daten überspielen und bums, ist es schon wieder Abend. Wir springen in den Pool und freuen uns auf das Abendessen. Ganz dekadent haben wir bereits gestern im Hotelrestaurant gegessen. Für Ulli gab es Warzenschwein mit Pommes und für mich, weil sie keine vegetarischen Menüs haben, einen riesen Salat. Das Gleiche wollen wir heute einfach noch mal. Dabei sollten wir es besser wissen….
Natürlich ist das, was Ulli heute bekommt, nicht mal die Hälfte von dem, was er gestern auf dem Teller hatte. Das Gleiche bei mir. Dazu gibt es nicht mal Brot…
Warum lernen wir nur nie dazu? Niemals niemals niemals nie in Afrika in das gleiche Restaurant noch mal gehen und das gleiche erwarten. Du wirst IMMER enttäuscht! Goldene Regel!
Als ich nachfrage, läuft einer los, um Brot zu holen. 30 Minuten später ist er ohne Brot wieder da. Auf erneute Nachfrage läuft ein anderer los und als er mit Brot wiederkommt, ist er erstaunt, dass ich den Salat vor lauter Hunger bereits gegessen habe.
Tja. Ich bin dankbar, dass ich jetzt wenigstens doch noch etwas satt werde. Wenn ich Hunger habe ist echt nicht mit mir zu Spaßen. Schon gar nicht übers Essen!
Ulli giert auf mein Brot. Er könnte ebenfalls nochmal die gleiche Portion vertragen. Aber was solls.

Essenssuche vs Ramadan

Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Dakar. Zum Abschluss wollen wir uns nochmal ein bisschen was gönnen und haben uns in einem Surfcamp eingemietet. Genau vor der Stadt auf der Insel N’Gor. Doch der Weg ist weit und weil Ramadan ist, gibt es kaum etwas zu essen entlang der Straße.
Du weißt, dass du in einem muslimischen Land bist, wenn eine Butter- und Milchmarke dir auf ihrem Werbeplakat einen schönen Ramadan wünscht… Wir haben endlich altes steinhartes ekel Baguett gefunden und gefuttert, um irgendwas zum Mittag im Magen zu haben, als wir doch tatsächlich nach stundenlanger erfolgloser Frischbrotsuche durch ein Dorf fahren, wo sich ein Brotstand an den anderen reiht. Scheiß auf Murphy, wir halten an und kaufen auch hier noch ein.
Während ich auf die Mama warte, die irgendwo versucht mein Geld zu wechseln, fragt mich natürlich die Frau am Stand neben mir nach einem Geschenk. Es ist einfach so krass, wie Cadeaux-fixiert der Senegal ist. Nach Monaten ohne Bettelei ging es direkt an der Grenze los. Kinder, die angerannt kommen, um von uns was zu bekommen, ein LKW Fahrer der vorüber fährt und die Hand aufhält. Ich bin so genervt, dass ich ihr pampig sage, dass ich von ihr was haben möchte. Ich bin immerhin zu Besuch. Da wird sie plötzlich nachdenklich, lächelt und meint dann: “Such dir was aus, du kannst Minze haben oder Knoblauch. Mehr habe ich nicht.” Und zeigt auf ihre Ware. Ich nehme die Minze und sage ihr, dass ich wirklich nichts da habe, was ich ihr grad anbieten könnte im Tausch. Da sagt sie einfach “Beim nächsten Mal. Du weißt ja wo du mich findest.”
Das Brot ist noch warm und duftet nach Hefe. Ulli und ich können nicht anders und müssen es einfach sofort essen, obwohl wir von dem alten Brot echt satt sind.
Was wir nicht wissen ist, dass es ab jetzt kein vernünftiges Brot mehr geben wird.

So wunderbar, so eindrucksvoll, sowas von nie einsam

Als es dunkel wird, fahren wir von der Straße ab, zwischen tiefen Gruben, in denen Salz abgebaut wird, hindurch und stellen uns mitten ins Nirgendwo, an den Rand eines Feldes zwischen riesige Baobas. So geil diese Wahrzeichen Afrikas, um die es so viele Geschichten gibt, wie sie bombastisch groß vor uns stehen, im Licht der untergehenden Sonne, inmitten einer Mondlandschaft.

Ein paar Pferdekutschen kommen vorbei und die Menschen darauf winken uns zu.

Am nächsten Morgen kommt der eine oder andere Besucher auf dem Weg zur Arbeit oder ins Dorf und schaut sich unser Auto an und stellt Fragen zu unserer Reise.
Als wir Aufbrechen steht Mohammed an einer Staubpiste und hält die Hand raus. Wir halten an, um ihn mitzunehmen und wie immer guckt auch er nicht schlecht, als im Fußraum vor ihm ein Hund sitzt. Aber dann ist es zu spät, um noch abzuwinken. Und mit tausend Versprechen, dass Fufu lieb ist und nicht beißt, geht es dann meist auch nach fünf Minuten. Mohammed ist total schick angezogen in einem edlen gelbgoldenen traditionellen Kostüm. Er will aber lediglich in den Ort vorne an der Straße, sagt er. Ist schon krass, wie sehr die Senegalesen sich permanent in Schale schmeißen. Unser Outfit ist dagegen echt manchmal schon peinlich. Zerlöcherte T-Shirts, Hosen und Röcke aus denen der Dreck einfach nicht mehr rausgeht und die Schweißflecken so groß sind wie Orangen.
Mohammed erzählt, dass er eigentlich in Dakar arbeitet, aber damals auch wegen der Angst vor Ebola zurück in sein Heimatdorf geflohen ist. Dabei gabs im Senegal faktisch nie wirklich Ebola.

Urlaub unter Urtypen

Nach einigen Stunden haben wir es dann endlich durch den Stadtverkehr Dakars bis zum Ableger nach N’Gor geschafft. Durch ein holländisches Pärchen haben wir herausgefunden, dass wir unser Auto bei einem Fährmitarbeiter sicher parken können in der Zeit, in der wir auf der Insel sind. Also treffen wir uns mit Oumar und während ich mit tausend Plastiktüten, drei Surfboards und Fufu irgendwie auf die Insel geschippert werde, bringt Ulli unser Auto zum Wohnblock.
Die kommenden Tage sind echt nice. Wir haben ein nettes Zimmer mit einer Aussicht auf die Skyline von Dakar. Und coole Leute zum Surfen. Kouka, der Surflehrer, war schon häufiger in Österreich. Er meint, das ist nichts für ihn in Europa. Allein zum Snowboardurlaub fährt er noch hin. Früher habe er immer davon geträumt, dort zu leben, aber seit er einen Eindruck bekommen hat, was das heisst, winkt er dankend ab. “Die Leute sind die ganze Woche gestresst, nur am Arbeiten und denken, wenn sie Freitag Abend frei haben und mal weggehen, ist das Leben.”

Ähnlich geht es Happy. Er hatte eine Schweizer Frau und hat als Muslim in der Schweiz vom Arbeitsamt einen Job in der Sauna zugewiesen bekommen. “Puh, all die Nackten”, erzählt er. “Und überall heisst es immer nur Usländerusweis und als Schwarzer bist du immer der Drogendealer, egal was du machst.”
Ich kann mir das schon echt gut vorstellen. Als Weiße habe ich hier in Afrika auch echt hart an den Klischees über uns zu knapsen…
Es ist echt witzig, wer hier im Camp so alles angespült wird. Einen Tag sitzt Mika da. Er ist Senegalese und kommt gerade aus Kanada wieder. Er ist Übersetzer und überlegt, ob er sich nicht wieder länger im Senegal niederlassen will. Er ist echt ein witziger Typ und super philosophisch. Einer, der an das Gute im Menschen glaubt und immer auf das Beste hofft.
Wir reden darüber, wie sehr mir das Betteln auf den Keks geht und er erzählt, wie sehr er hasst, dass ein Senegalese seiner Meinung nach nie etwas ohne Hintergedanken macht. Er freut sich tierisch, als ich ihm unsere Mechaniker Geschichte erzähle, die das widerlegt.
“Oft ist es für die Menschen ein größeres Geschenk, wenn du ihnen Zeit mit dir schenkst, als wenn du ihnen eines ihrer Souvenirs abkaufst, was sie dir aufdringlich versuchen aufzudrängen”, sagt Mika. Denn wie auch beim letzten Besuch im Senegal kommt ein Händler nach dem nächsten auf dich zu, weil du weiß bist und sie verzweifelt einen Kunden für ihre Ware suchen.

Ich gewöhne mir an, jeden von ihnen ganz viel zu fragen und mich über den Ramadan zu unterhalten, über ihre Familien. Ich lerne, dass sie alle gerade aus den verschiedensten Ecken des Senegals nach Dakar kommen und hier ein Zimmer mieten, weil woanders nichts los ist. Doch auch in Dakar ist touristisch Nebensaison. Und somit ist es ein echt harter Ramadan. Am Ende kriege ich, obwohl ich nichts kaufe, sogar teilweise noch ein Geschenk. Und jeder bedankt sich, wie nett ich doch bin. Ist schon echt krass, was Geduld und Zeit für Menschen so ausmacht.
Dann kommt ein südafrikanisches Pärchen ins Camp und ich merke, wie sehr ich es vermisst habe, mit anderen zu Surfen. Die Atmosphäre mit coolen Leuten im Lineup ist einfach großartig. Die zwei Surfen schon seit über 20 Jahren und haben ihre SUPs dabei für kleine Wellentage. Leider sind diese gerade die Regel.
Den Vogel schießt Mourat ab. Mourat kommt aus Marokko und reist mit Wasserfiltern durch den Senegal und Gambia. Er hat ein Projekt gegründet mit dem Namen “Surfers for clean water” und verteilt in den Dörfer nun die durch Spenden eingekauften Filter.
Er ist ein wandelnder Unfall und verletzt sich jeden Tag an und bei irgendwas.
Mit zwei kaputten Handgelenken kam er an, mit einem offenen Zeh ist er im Camp gestartet und zuletzt habe ich von ihm gehört, dass er immer noch dort ist, weil er seine Schulter so verrenkt hat, dass er nicht fliegen darf.
Ich fange mir beim Surfen diverse Male Seeigel ein und habe das Gefühl, mir von dem Salat im Hotel letztens mal wieder irgendwelche Parasiten weggeholt zu haben. Ulli hat solche Zahnschmerzen, dass er zum Arzt geht, aber der kann auch beim Röntgen nichts finden.

Wir surfen täglich und neben einem Krebs im Lycra, der mir in den Bauch beisst, fange ich mir auch regelmäßig Seeigel ein. Vielleicht ist es Mourats schlechte Aura, die sich überträgt 🙂
Wir verlängern die Tage im Camp so oft, bis es leider nach zwei Wochen ausgebucht ist und wir abfahren müssen. Aber es ist Zeit, irgendwann ist es einfach Time to go.

Wir fahren bis St Louis und verbringen hier noch zwei Nächte in der Zebra Bar. Unterwegs zieht ein Schmetterling für eine Weile bei uns ein. Bis er scheinbar an seinem Ziel angekommen ist und aussteigt.

Danach treffen wir auf eine riesige Dromedarherde auf ihrem Weg nach Hause.

Leider sind Sven und Christine vom 7Palava bisher nicht zurück im Senegal. Zu schön wäre es gewesen aufzuhören, wie wir angefangen haben. Aber in der Zebra Bar lernen wir Corinne kennen. Eine Schweizerin, die alleine mit dem Motorrad bis nach Gambia fährt. Das finde ich echt super. Sie hat die Tour vor ein paar Jahren schon einmal mit ihrem Vater gemacht und ist jetzt in einem Auszeitjahr auf der Suche nach sich selbst. Schon krass wie vielen es echt so geht.

Ursula von der Zebra Bar verarztet meine Seeigel, die sich infiziert haben, weil ich sie schnell schnell mit einer nicht desinfizierten Nadel entfernt habe. Sie erzählt, dass der Präsident jetzt Straßenkinder im Senegal verboten hat. Ich frage mich, wie er sich das vorstellt. Aber er scheint der Dritte mit diesem Verbot zu sein und nie ist etwas passiert. Dabei wäre irgendein Versuch in die Richtung schon wichtig. Ursula sagt, dass die Kinder, die von den Eltern an die Marabus gegeben werden, um auf Islam Schulen zu gehen und die immer an den Straßen für ihre Kirche betteln, oft vergewaltigt werden und mit schlimmster Gewalt aufwachsen.

Ach ja Senegal, ich bin mal wieder sprachlos.

 

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